ZEITANSAGEN

25.02. – 28.03.2022

ZEITANSAGEN
KLAUS-D. STEINBERG
KLAUS-J. ALBERT

Klaus-D. Steinberg und Klaus-J. Albert stellen Digitalcollagen, Objekte und Skulpturen im KUNSTRAUM St. Georgen aus.

Die Ausstellung wird am 25. Februar eröffnet und ist bis zum 28. März 2022 täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.

Die Ausstellung präsentiert zwei bekannte Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern in einem großartigen Kontrast – inhaltlich wie formal. Beide Künstler stehen stellvertretend für eine ganze Generation von Künstlerinnen und Künstlern der Vor-und Nachwendezeit, welche die Kunstszene in Mecklenburg-Vorpommern maßgebend geprägt haben.

KLAUS_D. STEINBERG
Arbeitsschwerpunkte sind Grafik-Design von A-Z, Museumsgestaltung, freie Grafik und Malerei, vornehmlich Papiercollage, Digitalcollage und andere experimentelle Techniken.
Im breiten künstlerischen Spektrum Klaus-D. Steinbergs fand seit ca. 15 Jahren die Digitalcollage – am Rechner generiert – einen weiteren Platz in seinem Schaffen, die er der klassischen Collage – in der Regel aus Papieren – gegenüberstellt. Anfangs noch in kleineren Formaten und technisch übersichtlich, wurden die Arbeiten später größer angelegt und wesentlich vielschichtiger, was dem Fabulierungsdrang Steinbergs sehr entgegenkam. Die Auswahl der Werke für die Ausstellung in St. Georgen widerspiegelt einige seiner Arbeiten, die sich als Einzelwerke oder Zyklen größenmäßig und arbeitstechnisch von den üblicheren Formaten absetzen und deshalb kaum anderswo zu zeigen sind. Die in der Ausstellung präsentierten Werke entstammen alle den Beteiligungen an den Landeskunstschauen des BBK Mecklenburg und Vorpommern der letzten Jahre. Sie leiten sich einem seinerzeit für die jeweilige Gesamtschau formulierten Ausstellungsthema ab und spiegeln menschliche, gesellschaftliche oder politische Zusammenhänge und Erscheinungen wieder, die bis in globale Ebenen vordringen.

Im Zentrum der Präsentation steht die großräumige Skulptur „C.D. Friedrich sieht rot“. Sie wurde für die Landeskunstschau 2014 auf der Insel Rügen gefertigt und stand im Schlosspark zu Putbus. Als Vorlage diente eine Eiche aus dem Gemälde „Hühnengrab im Schnee“, das Caspar David Friedrichs 1807 malte. Sie wurde digital auf eine Höhe von sechs Meter vergrößert und freigestellt. Einfarbig im komplementären Rot angelegt, löst sich das Motiv in große Pixel auf und stellt sich formal gegen unsere übliche Sicht auf Naturobjekte. Am Originalschauplatz auf Rügen ließen sich damit wesentliche Feststellungen treffen: eine individuelle Form ist in der Lage in einer großen breiten Masse bestimmend zu bleiben aber der künstlich herbei geführte flüchtige Ersatz für Natur bleibt ein Mangel in sich selbst und mahnt den Erhalt von Natur an. Die Gegenwart ist mit Widersprüchen und ungelösten, teils weltumspannenden Problemen in nahezu allen Bereichen konfrontiert und bedrängt inzwischen jedes Individuum. Mittels der Digitalcollage beleuchten hinterfragende, inhaltlich und bildhaft überhöhte, kuriose und teils irritierende Bildfindungen des Künstlers einige Problemkreise wie Religion, Mensch und Natur, Mann und Frau, Rassismus, Obdachlosigkeit als Schicksal oder die aufgebauschte, oft schon kuriose Züge annehmende Genderfrage.

KLAUS-J. ALBERT
Der Bildhauer Klaus-J. Albert gehört mit seinen Metallobjekten zu den nationalen Vertretern der Konkreten Kunst. Diese weltweite Bewegung entstand aus der künstlerischen Weiterentwicklung des Konstruktivismus und fand in der niederländischen de Stijl Gruppe sowie im revolutionären russischen Suprematismus ihren frühen und konsequentesten Ausdruck. Seit Beginn seines künstlerischen Schaffens setzt sich Klaus-J. Albert mit dem Verhältnis von Körper und Raum auseinander. Dies wird erfahrbar in großformatigen Werken aus poliertem, teilweise auch gefärbten Edelstahl, ebenso wie in Arbeiten im kleineren Format. In allen seinen Arbeiten wird die stereometrische Gestalt aus rein geometrischen Grundformen als das Wesen der Abstraktion erkennbar, immer im Bezug zum Raum gedacht und geformt. Wichtigstes Ausdrucksmittel bildet über Jahrzehnte das Prinzip der Faltung von Flächen, die er in scheinbar unbegrenzten Variationen zelebriert. So entsteht die Möglichkeit der Betrachtung und meditativen Zwiesprache im Wechselspiel der Formenwandlungen aus verschiedenen Blickwinkeln.

Viele seiner Skulpturen und Objekte entstanden im Bezug zur Architektur und erreichen hier die Menschen mit ihrer klar strukturierten Sprache im öffentlichen Raum unmittelbar und zwanglos. Der Künstler sucht hierbei für jede konkrete Raumsituation nach einem individuellen spannungsvollen künstlerischen Erlebnis.
„Klaus J. Albert zeigt mit seinem umfangreichen künstlerischen Schaffen auf eindrucksvolle Weise, dass die traditionsreiche Metallgestaltung der zeitgenössischen Kunst wertvolle und unverzichtbare Impulse zu geben vermag, wenn sie sich als Ausdruck von starken, tief in der Persönlichkeit verankerten künstlerischen Wertvorstellungen und Idealen manifestieren kann“, sagte Hans-Peter Jakobson.

Die Ausstellung wird am Freitag, dem 25.02.2022 um 16.00 Uhr im KUNSTRAUM St. Georgen, St.-Georgen-Kirche eröffnet.

Begrüßung durch Herrn Thomas Beyer, Bürgermeister der Hansestadt Wismar, Einführung von Miro Zahra, Kuratorin, Musik von Theo Jörgensmann (Klarinette).

Quelle: Amt für Tourismus und Kultur

DOKUMENTATION
KUNSTRAUM ST. GEORGEN

Fotos © Nicole Hollatz

Zwischen Missbrauch und Unterdrückung: Provokantes Kreuz in Wismarer Kirche

Eine nackte Frau räkelt sich mit gespreizten Beinen auf dem Altar, ihr Geschlecht verdeckt vom Priesterschal – in der Wismarer Georgen-Kirche gibt es ein goldglänzendes Kreuz, das weniger zum Beten, dafür zur kritischen Auseinandersetzung mit der Institution Kirche einlädt. Was sind die Hintergründe der provokanten Kunst?

OZ-Artikel von Nicole Hollatz

DIE KÜNSTLER
KLAUS-D. STEINBERG

 © Nicole Hollatz

1946

geboren

1966 – 1969

Studium der Malerei an der Fachschule für Angewandte Kunst in Heiligendamm

1974 – 1977

Studium des Grafik-Designs an der Fachhochschule für Ange-wandte Kunst Heiligendamm

lebt und arbeitet in Hoben bei Wismar

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KLAUS-J. ALBERT

1943

geboren in Dresden-Cotta

1972

Studium der Innenarchitektur an der Fachhochschule für angewandte Kunst Heiligendamm

1977

Studium der Metallgestaltung an der Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein, in Halle/Saale

lebt in Lübstorf bei Schwerin/Mecklenburg

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 © Nicole Hollatz